Mit dem Zeesboot auf dem Zingster Strom

Zeesbootsegeln auf dem Zingster Strom

Das Zeesboot auf dem Zingster StromDie Anlegestelle am Zingster HafenSkipper Achim setzt die SegelDie "Dorothea" bei der Abfahrt aus dem HafenBug der "Dorothea" mit dem Katzenlogo auf der FockZeesboot auf dem Zingster Strom
Einer der schönsten Ausflüge, den man auf Zingst unbedingt einmal gemacht haben sollte, ist die Fahrt mit dem Zeesboot (plattdeutsch, eigtl. Zeesenboot). Von der Anlegestelle am Zingster Hafen legt die „Dorothea“ mit ca. 6-12 Fahrgästen täglich viermal zwischen 10:00 und 16:00 Uhr ab, um die Kernzone I des Naturschutzgebiets entlang des Kirr vom Wasser aus zu erkunden. Die Fahrt dauert je nach Wind zwischen 60 und 90 Minuten.

Der Skipper

Skipper Achim manövriert die „Dorothea“ (Baujahr 1925) sicher durch den Zingster Strom und gibt den Fahrgästen Hinweise auf zahlreiche Fotomotive der Boddenlandschaft, durch die man sich mit dem Zeesboot geräuschlos hindurchbewegt. Hin und wieder fällt dann auch eine Bemerkung zur Geräuschkulisse auf den vorbeifahrenden Ausflugsdampfern, mit der Skipper Achim die Vorzüge des Zeesbootsegelns unterstreicht. Dann wird auch schonmal schnell die Piratenfahne gehisst, um die kleinen und großen Kinder auf dem nahenden Schaufelraddampfer zu beeindrucken. Mit keinem anderen Boot kommt man außerdem so dicht an Austernfischer, Gänse, Kraniche und Schwäne heran.

Es ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich 20 Schwäne gleichzeitig in Bewegung setzen, um zu ihrem nächsten Rastplatz zu fliegen. Dabei benötigen sie eine sehr lange Anlaufphase, bevor sie sich überhaupt aus dem Wasser erheben können. Sobald sie genügend Auftrieb unter ihren Flügeln haben, gewinnen sie nur langsam an Höhe, während der rhythmische Flügelschlag noch weit über das Boddengewässer hörbar bleibt – natürlich nur für die Gäste der Segelbootstour, wie der Skipper an dieser Stelle noch einmal betont.
Schaufelraddampfer "Baltic Star"Auch Schwäne haben hier einen Rastplatz gefundenBeobachtungsstation in der Kernzone I des NaturschutzgebietsDie St.-Marien-Kirche von Barth in 10km EntfernungLandschaftspanorama mit Blick auf die Stadt BarthRinder am Flachwasser des Kirr (im Hintergrund ist die Meiningenbrücke zu sehen)

Wissenswertes zu den Kranichen

Tourguide Harald ist bei jeder Fahrt mit an Bord und versorgt die Gäste mit Informationen und spannenden Geschichten über Flora und Fauna des Naturschutzgebiets. Er kennt alle wissenswerten Details zum Großen Kirr, der Insel in der Zingster Boddenkette, auf der die Kraniche zwischen August und November ihre bekannte Rast machen. Bis zu 15.000 der grauen Großvögel lassen sich allein auf den Feldern des Kirr nieder, um sich mit Fettreserven für den Weiterflug nach Südfrankreich und Spanien zu wappnen. Für die Rügen-Bock-Region sind es insgesamt sogar bis zu 70.000 Kraniche, die aus den baltischen Ländern kommend, in den mitteleuropäischen Flachwassern verweilen.

Der Kirr

Der Kirr wird zum Teil auch als Viehweide für Rinder genutzt, die vom Zingster Ortsteil Müggenburg aus mit einer Fähre zur Insel gebracht werden. Wie die Tiere genau dorthin transportiert werden, das erklärt Harald, während das Segelboot an der Anlegestelle vorbeifährt. Mit den grasenden Tieren im Vordergrund bietet sich jedenfalls ein beeindruckendes Landschaftspanorama, während die 10 Kilometer entfernte St.-Marien-Kirche der Stadt Barth am Horizont langsam in das Blickfeld wandert.

An kleineren Angelbooten vorbei, führt die Boddenrundfahrt bis zur Barther Oie, mit einer Fläche von etwa 850 x 800 Metern, eine der kleineren unbewohnten Ostseeinseln im Naturschutzgebiet. An dieser Stelle wendet die „Dorothea“ und macht sich auf den Rückweg zum Zingster Hafen. Wer möchte, kann jetzt etwas von dem milden Matjes-Schnaps probieren, den Harald seinen Gästen anbietet.
Die Ruine eines alten Bauernhofs auf dem Großen KirrRinderherde am Ufer des Großen KirrTourguide Harald hat jede Menge spannende Informationen zu bietenDie Boddenlandschaft vom Zingster StromStimmungsbild am Ufer des Zingster BoddensZurück zum Zingster Hafen
Spätestens jetzt werden auch alle Fragen zum Zeesboot und seiner Funktionsweise geklärt sein. Wie war das eigentlich früher mit der Zeesbootfischerei? Woher kommt die Katze auf dem Segel? Wieviel Tiefgang hat das Boot eigentlich? Und wie genau funktioniert das Schwert in der Bootsmitte? Wer mehr über Geschichte und Technik des Zeesbootsegelns erfahren möchte, ist jetzt hier in den besten Händen. Achim und Harald kennen sich aus und sind auch zu Recht ein kleines bißchen stolz darauf, die Tradition des Zeesbootsegelns “immer mit einer Handbreit Wasser unter dem Kiel” weiterzuführen.

Kurzinfo
Segeln mit Zeesboot „Dorothea“ – Boddenrund- und Kranichfahrten – täglich ab 10.00 Uhr vom Zingster Hafen – Buchung und Info’s bei Schipper Achim Mobil 0173/3927217 oder Telefon 038232/15355

Weitere Links
http://www.braune-segel.de